Internationaler Rollstuhlmarathon zwischen Heidelberg und Neckargemünd

Internationaler Rollstuhlmarathon zwischen Heidelberg und Neckargemünd

Grußwort von Bürgermeister Horst Althoff zum Internationalen Rollstuhlmarathon am 09. Oktober 2011

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde,

[singlepic id=765 w=180 h=120 float=right]am 09. Oktober steht die Stadt Neckargemünd wieder ganz im Zeichen des internationalen Rollstuhlmarathons, der in diesem Jahr zum 11. Mal stattfindet. Zu dieser Großveranstaltung, deren Streckenführung entlang des malerischen Neckartals durch Heidelberg und Neckargemünd führt, begrüße ich alle Sportler und Gäste recht herzlich. Die Organisatoren haben auch diesmal durch die hervorragende Vorbereitung und ein attraktives Rahmenprogramm dafür gesorgt, dass der Internationale Rollstuhlmarathon nicht nur die größte, sondern auch eine der beliebtesten Veranstaltungen im Behindertensport geworden ist.

Ich freue mich besonders, dass die Durchfahrt durch Neckargemünd sich durch die tolle Stimmung und das Rahmenprogramm über die Jahre zu einem absoluten Höhepunkt der Tour entwickelt hat. Auf diese Weise kann unsere Stadt ihre besondere Verbundenheit mit dem Behindertensport stets aufs Neue zum Ausdruck bringen. Auch in diesem Jahr wird in Neckargemünd auf der Bahnhofstraße, Ecke Lessingstraße, eine Sprintwertung durchgeführt. Die Neckargemünder Vereine werden auf bewährte Weise für gute Stimmung mit Musik und auch für Essen und Trinken an der Rennstrecke sorgen.

Ich wünsche dem 11. Internationalen Rollstuhlmarathon einen schönen Verlauf und allen Sportlern und Besuchern spannende Wettkämpfe, gute Unterhaltung und angenehme Stunden in Neckargemünd.

Horst Althoff
Bürgermeister

Daten und Fakten des 11. Internationalen Heidelberger Rollstuhlmarathons

Datum: Sonntag, 9. Oktober 2011
Starts: ab 11 Uhr, Uferstraße (unterhalb Theodor-Heuss-Brücke),
Reihenfolge: Inline-Skater, Kinder- und Jugendlauf („Mobifantencup“), Rollstuhlathleten.
Zieleinlauf: ab ca. 11.45 Uhr, Neckarwiese (Theodor-Heuss-Brücke)
Strecke: 22km-langer Rundkurs Heidelberg – Neckargemünd
Sprintwertung in Neckargemünd: in den Kategorien Rennbike, Rennrollstuhl und Inliner wird in Neckargemünd vor dem Rathaus (Bahnhofstraße) eine Sprintwertung durchgeführt. Es lohnt sich also ganz besonders, die Athleten entlang der Rennstrecke in Neckargemünd anzufeuern. (Strecke: B 37 – Friedensbrücke – Richtung Ziegelhausen auf L 534) Voraussichtlich werden die Inliner-Fahrer gegen 11:30 Uhr, die Biker gegen 12:05 Uhr in Neckargemünd eintreffen. Für das leibliche Wohl der Zuschauer ist am Rathaus gesorgt.
Streckenlängen: Maxi-Marathon: 44 km oder Halbmarathon (22 km), Zeitnahme auch bei der Marathondistanz 42,195 km, Kinderlauf „Mobifanten-Cup“: 1,5 km; Ziel: Uferstraße
Teilnehmer: gemeldete Teilnehmer 2011: rund 450 (Stand 9/11), unter anderem aus Belgien, USA, Dänemark, Großbritannien, Namibia, Schweden, Schweiz, Slowakei, Tschechische Rep. und Ungarn
Sportarten: Inline-Skater, Rennrollstuhl, Liege- bzw. Rennbikes, Anklemm-Bikes, Kinder- und Jugendlauf (Rollstuhl, Anklemm-Bike)
Schirmherr: Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner

Vorbericht zum Internationalen Rollstuhlmarathon 2011 : Wenn Petrus mitspielt, wackelt der Weltrekord

Blauer Himmel über der Altstadt, die Sonne färbt die Bäume bunt, angenehme zwölf bis 15 Grad, ein gleißendes Licht über dem Neckartal, es riecht nach Herbst – wenn sich die Macher des Heidelberger Rollstuhlmarathons etwas wünschen dürften, dann würde der 9. Oktober 2011 genau so aussehen. Denn an diesem Sonntag, den 9.10.11 wird an der Heidelberger Neckarwiese der 11. Internationale Rollstuhlmarathon gestartet.

Ein später Zeitpunkt für eine Freiluftveranstaltung im Allgemeinen, und ein Straßenrennen im Speziellen. Aber die Sanierung des Streckenabschnitts zwischen Heidelberg und dem Stadtteil Ziegelhausen machte die Verschiebung des traditionsreichen Rollimarathons, der normalerweise alle zwei Jahre im Juli stattfindet, notwendig. Und so sieht der neue Organisationschef des Heidelberger Rollstuhlmarathons und Nachfolger von „Marathon-Vater“ Hennes Lübbering, Joachim Schermuly, den Rollimarathon mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Auf der einen Seite freuen wir uns über den neuen Fahrbahnbelag auf der Strecke, der das Rennen noch schneller und rasanter werden lässt, auf der anderen Seite haben wir eben das Risiko mit dem Herbstwetter“.

Also heißt es Daumen drücken und hoffen darauf, dass Petrus ein Freund des Behindertensports ist. Rund 330 Athleten aus aller Welt (Stand: Mitte September) haben sich schon für den Heidelberger Maxi-Marathon angemeldet, darunter neben den deutschen Spitzenfahrern unter anderem auch Sportler aus Südafrika, Belgien, Großbritannien, Namibia, Schweden, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. „Maxi“ deshalb, weil die Rollstuhlathleten in ihren schnittigen Rennbikes oder den alltagstauglichen Anklemm-Bikes den Rundkurs zwischen Heidelberg und Neckargemünd zweimal umrunden. Dies ergibt vom Start- und Zielbereich in der Heidelberger Uferstraße aus eine Distanz von rund 46 Kilometer. Die klassische Marathon-Marke von 42,195km liegt (mit einer separaten Zeitmessung!) am nördlichen Neckarufer zwischen der Alten Brücke und dem Stadtteil Ziegelhausen. Gleich fünf Athleten hatten bei der letzten Ausgabe des Rollimarathons im Jahr 2009 die Zeitmessung an der Marathondistanz in etwas über einer Stunde passiert, möglich, dass durch den neuen glatten Straßenbelag in diesem Jahr die Stundenmarke erstmals geknackt wird.

Neben den Spitzenfahrern der Rennszene sind beim Heidelberger Rollstuhlmarathon auch die Breiten- und Hobbysportler mit ihren Sportgeräten herzlich willkommen. Außerdem werden auch die Kinder und Jugendlichen wieder in einem eigenen Nachwuchsrennen („Mobifantencup“) an den Start gehen. Und nicht zu vergessen die Inline-Skater, die ebenfalls die für den Autoverkehr halbseitig gesperrte Strecke entlang des Neckars für ihr Rennen nutzen.

Im Vorfeld des Marathons setzt das Organisationsteam um Joachim Schermuly auf Bewährtes. Am Samstag vor dem Rennen können sich die Fahrer bei der Nudelparty auf dem SRH-Gelände in Heidelberg-Wieblingen mit den nötigen Kohlehydraten versorgen, die Band „Alien Brainsuckers“ sorgt für die musikalische „Verdauung“ (Samstag, 8.10., 19 Uhr, Restaurant „liberty“).

Insofern ist nur der Herbsttermin im Oktober neu beim 11. Internationalen Rollstuhlmarathon in Heidelberg, das Rennen und das bunte Treiben vor und nach dem Start im Start- und Zielbereich an der Neckarwiese sind altbekannt. Auch in Neckargemünd wird der Marathon auf und an der Strecke gefeiert. Auf die schnellsten Fahrer wartet eine Sprintwertung, die Zuschauer am Streckenrand können unter anderem mit Hilfe einer Radar-Messung sehen, wie schnell die Fahrer in ihren modernen Rennbikes tatsächlich unterwegs sind – Geschwindigkeiten von über 50 km/h sind keine Seltenheit.

Und damit dürften einige Rolliathleten an diesem Rennsonntag schneller unterwegs sein als der ein oder andere Autofahrer, denn durch die Sperrung der jeweils zum Neckar hin liegenden Fahrspur auf beiden Seiten des Flusses kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen. Der Verkehr fließt stadtauswärts (Richtung Neckargemünd) am südlichen Neckarufer, stadteinwärts (Richtung Heidelberg) am nördlichen Neckarufer. Die Polizei bittet die Autofahrer, das Neckartal an diesem Sonntagvormittag zu umfahren.
Vorfahrt haben dagegen die Rollstuhlathleten am Sonntag, 9. Oktober! Ab 11 Uhr gehen sie auf die Strecke des Heidelberger Rollstuhlmarathons – fehlt nur noch der Wettersegen von Petrus! Anmeldung und Infos unter www.rollstuhlmarathon.de

Ein Hauch von “Tour de France” beim Heidelberger Rollstuhlmarathon

Windschattenfahren, Ausreißversuche, Positionskämpfe, Team-Order – die Topathleten der Rollstuhlsportszene unterscheiden sich in keinster Weise von den Spitzenfahrern der Radsportszene. Es wird gekämpft, taktiert, geblufft und gesprintet. Neben den Spitzenfahrern aus aller Welt kämpfen auch in diesem Jahr wieder drei deutsche Teams um den Sieg beim 11. Heidelberger Rollstuhlmarathon (Sonntag, 9. Oktober 2011, 11 Uhr).

An der Startlinie in der Heidelberger Uferstraße (Stadtteil Neuenheim, Neckarwiese) stehen dann unter anderem die Fahrer des Team des Hauptsponsors “sopur” (Malsch), die Fahrer von “Otto-Bock” (Duderstadt) und die Athleten vom Team “rehability” (Weinheim).
In Farben ausgedrückt könnte man sagen: Orange (sopur) kämpft gegen die Männer in blau-gelb (Otto Bock)! Und streiten sich diese zwei, freuen sich am Ende vielleicht die Fahrer in schwarz-rot (rehability). Obwohl: “Wir sind gerade dabei, ein neues Team aufzubauen und in diesem Jahr sicherlich noch nicht soweit, den Sieger des Heidelberger Rollstuhlmarathons zu stellen”, sagt der Teamchef von “rehability” Thomas Weinsheimer. “Der Rollimarathon 2011 soll Wegweiser für die kommenden Jahre sein – dann wollen wir angreifen”, kündigt Weinsheimer mit hoffnungsvollem Blick an. Taktik oder Realität?

Auch das Team von “sopur” möchte sich vor dem Rennen nicht in die Karten schauen lassen. “Wir werden im Vorfeld nicht allzu viel verraten, wer bei uns wie gut in Schuss ist und welche Taktik wir fahren werden”, sagt sopur-Rennleiter Errol Marklein und grinst, “schließlich hört der “Feind” mit”. Der sportliche “Feind”, das ist vor allen Dingen das Team von Otto Bock. Mit Tobias Knecht (Heidelberg-Sieger 2007) und Torsten Purschke (Platz 3 beim Rennen 2009) haben die Männer in blau-gelb in ihren jeweiligen Rennklassen zwei erfahrene Athleten im Team. Wobei Letzterer etwas auf die Euphorie-Bremse tritt: “Ich denke, ich habe meinen Zenit überschritten”, sagt Purschke selbstzufrieden und gelassen, “ich kann Führungsarbeit leisten und meine Erfahrung mit ins Rennen bringen, aber für den Sieg wird es wohl nicht mehr reichen”. Vielmehr verweist der 45jährige auf seinen jüngeren Mannschaftskollegen Patrick Gabriel: “Vielleicht ist ihm eine Überraschung zuzutrauen, schau ‘mer mal”.

Keine Überraschung wäre dagegen ein Sieg von Vico Merklein. Der 34jährige “sopur”-Fahrer hatte beim 10. Heidelberger Rollstuhlmarathon im Jahr 2009 einen neuen Weltrekord aufgestellt (1:00:03,35 Std.) und gehört auch in diesem Jahr ganz sicher zu den Topfavoriten in seiner Klasse.

Die Vorbereitung auf den Heidelberger Rollstuhlmarathon ist vorbei, jetzt zählt das Ergebnis. “Jeder hat individuell für das Rennen trainiert, jeder weiß was er kann und wie fit er ist”, sagt Errol Marklein. Jeder weiß aber auch, dass der Gegner im Windschatten Kraft sparen wird, dass ein unüberlegtes Überholmanöver in einem Unfall enden kann, dass das andere Team vielleicht noch einen taktischen Joker im Trikot-Ärmel hat oder dass einem selbst in der Endphase des Rennens die Kräfte verlassen können. Auch beim Internationalen Rollstuhlmarathon zwischen Heidelberg und Neckargemünd gilt: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Und so wird erst nach gut einer Stunde und 46 gefahrenen Kilometern klar sein, welches Team am Ende auf das Siegertreppchen fahren wird und welcher Fahrer die beste Taktik und die meisten Kraftreserven hatte.
Eines steht dagegen schon vor der 11. Ausgabe des traditionsreichen Rennens am Neckar fest: Farbenfroh werden die rasanten Kämpfe um Platz eins auf jeden Fall: Orange, blau-gelb und schwarz-rot!
Mehr Infos unter www.rollstuhlmarathon.de

“Radarfalle” wartet auf rasende Rollstuhlathleten

“Mist, jetzt haben sie mich geblitzt” – fast jeder Autofahrer hat diesen Satz am Steuer seines PKW schon einmal ausgesprochen, wenn er zu schnell unterwegs war und in eine Radarfalle “getappt” ist. Auch die Teilnehmer des 11. Heidelberger Rollstuhlmarathons (Sonntag, 9. Oktober 2011, 11 Uhr) werden reihenweise “geblitzt”. Allerdings wartet auf die Sportler kein Bußgeld, sondern eher anerkennender Applaus der Zuschauer am Streckenrand. Erstmals in der jetzt 22jährigen Geschichte des Rollimarathons wird an der Strecke in Neckargemünd eine Geschwindigkeitsmessanlage aufgestellt. Die Anzeigentafel wird in großen bunten Zahlen belegen, mit welch atemberaubenden Geschwindigkeiten die Topathleten in ihren “fliegenden Kisten” unterwegs sind.

Rund 450 Athleten haben sich bereits zum traditionellen Rollstuhlmarathon angemeldet (Rollstuhlathleten und Inlineskater), und die Schnellsten haben am Renn-Sonntag nur ein Ziel: Der Weltrekord soll fallen! Und wenn das Wetter mitspielt, könnte dies auch gelingen. Denn mit einem neuen Straßenbelag auf vielen Streckenabschnitten wurde die Flachstrecke entlang des Neckars zwischen Heidelberg und Neckargemünd noch schneller. Derzeit liegt die Weltbestmarke über die Marathondistanz (42,195 km) bei 1:00:03 Std., gefahren beim 10. Heidelberger Rollstuhlmarathon im Jahr 2009 von Vico Merklein. In diesem Jahr kann die Stundenmarke geknackt werden, da sind sich die Experten sicher. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 42 km/h. Damit ist klar, dass die Top-Athleten in ihren Rennbikes Spitzengeschwindigkeiten von weit mehr als 50 km/h erreichen. Beim ersten Hinhören eher unvorstellbar. Aber der Blick auf die Anzeigentafel der “Radarfalle” am Streckenrand bringt den erstaunten Zuschauern den Beweis – und den Sportlern zusätzliche Motivation. Denn wer möchte in der zweiten Runde des Rundkurses entlang des Neckars nicht noch einen Tick schneller sein als im ersten Durchgang?

Übrigens: Dass die Geschwindigkeitsmessanlage an der Strecke aufgebaut ist bedeutet nicht, dass Autofahrer am Renn-Sonntag in anderen Straßen von Neckargemünd unbeobachtet und ungeahndet aufs Gas drücken können. Denn vermutlich sind die Stadt Neckargemünd oder der Rhein-Neckar-Kreis noch im Besitz einer zweiten “Radarfalle” – in diesem Falle dann aber für Auto-, nicht für Rollstuhlfahrer!

11. Heidelberger Rollstuhlmarathon, Sonntag, 9. Oktober 2011, Start 11 Uhr, Uferstraße (Neckarwiese Heidelberg).
Mehr Informationen unter www.rollstuhlmarathon.de

Informationen zu Strassensperrungen während des Rollstuhlmarathons finden Sie in diesem Bericht.